ABSTIMMUNG AM 5. JUNI 2016

FMedG Abstimmung: Fortpflanzungsmedizingesetz

Publiziert: 2016-03-07, 01:26 Uhr | → Kommentar schreiben!
Autor: Politik - Redaktion


FMedG Referendum + Abstimmung zum Fortpflanzungsmedizingesetz: Änderung des Bundesgesetzes über die medizinisch unterstützte Fortpflanzung in der Schweiz. Alles zur Abstimmung am 5. Juni 2016.

Änderung des FMedG

Ende 2014 wurde das Fortpflanzungsmedizingesetz (FMedG) in der Schweiz geändert. Das Fortpflanzungsmedizingesetz soll die Menschenwürde schützen, einen Missbrauch der Gentechnologie verhindern und das Kindeswohl gewährleisten.

Hier gibts alls wichtigen Infos sowie ein Pro & Contra zur Abstimmung am 5. Juni 2016.

Präimplantationsdiagnostik

Die neu verabschiedeten Änderungen beziehen sich auf die Anwendung der PID (Präimplantationsdiagnostik). Embryonen dürfen nun nicht nur auf schwere Erbkrankheiten untersucht werden, sondern auch auf zufällig auftretende Chromosomenanomalien, wie beispielsweise Trisomie 21, die in keinem Zusammenhang zu erblich bedingten Krankheiten stehen.

Zudem dürfen nicht nur, wie vom Bundesrat gefordert, erblich vorbelastete Paare diese Untersuchungen in Anspruch nehmen, sondern alle Paare, die sich für eine künstliche Befruchtung entschieden haben.

Referendum FMedG

Einem Teil der Schweizer Bevölkerung gehen diese Änderungen des FMedG zu weit.

Nach einem erfolgreichen Referendum gegen die Änderung der Fortpflanzungsmedizingesetzes wird nun am 5. Juni 2016 über den Umfang der Regelungen abgestimmt.

JA zum neuen Fortpflanzungsmedizingesetz

Durch die PID kann eine schwere Erbkrankheit oder auch eine Anomalie der Chromosomen beim Embryo direkt erkannt werden.

Eltern können somit entscheiden, ob sie ein ungesundes Kind bekommen wollen oder nicht.

Meist werden bei einer künstlichen Befruchtung mehrere Embryonen erzeugt und damit können Eltern einen gesunden Embryo zur Einpflanzung in die Gebärmutter auswählen.

Schwere Erbkrankheiten

Für Eltern, die mit grosser Wahrscheinlichkeit eine schwere Erbkrankheit weitervererben würden, stellt sich ohne diese Untersuchungen die Frage, ob sie überhaupt Kinder bekommen wollen, wenn sie keinem Menschen diese Krankheit zumuten wollen.

Risiko senken

Durch diese Untersuchung können die Eltern das Risiko erheblich verringern, auch wenn es keine Garantie gibt, ein absolut gesundes Kind zur Welt zu bringen. Wenn Eltern erblich bedingte Krankheiten nicht an ihre Kinder weitergeben, minimiert sich auch für diese wiederum das Risiko erheblich, ihren Kindern diese Krankheit zu vererben.

Weniger Abtreibungen

Viele Abtreibungen werden wegen schweren Erbkrankheiten oder Chromosomenanomalien durchgeführt. Durch die PID kann eine Abtreibung verhindert werden und die Gefahren eines Schwangerschaftsabbruchs umgangen werden. Viele Menschen sehen zudem die Untersuchung eines künstlich befruchteten Embryos ethisch unbedenklicher als die Abtreibung in einem späteren Stadium, da der Organismus dann schon viel weiter entwickelt ist.

NEIN zum neuen Fortpflanzungsmedizingesetz

Gegner der Änderungen des Fortpflanzungsmedizingesetzes befürchten eine Selektierung der Embryonen. Dies impliziert, dass kranke oder behinderte Kinder weniger Recht auf ihr Leben haben als gesunde Kinder. Zudem steigt der gesellschaftliche Druck auf Eltern, ein gesundes und dadurch leistungsfähiges Kind zur Welt zu bringen.

Gleiches Recht für Alle

Um eine gleichberechtigte und solidarische Gemeinschaft zu bilden, sollte jeder das gleiche Recht auf Leben haben.

Die Auswahl der Embryonen aufgrund eines Screenings orientiert sich an Normalitätsvorstellungen, die möglicherweise überdacht werden müssen.

Der perfekte Mensch

Besonders beunruhigend ist die dynamische Entwicklung der Medizintechnik im Bereich der Fortpflanzungsmedizin. Wenn die Anwendung nicht aktiv eingeschränkt wird, können sämtliche chromosomalen Eigenheiten erkannt und aussortiert werden und somit immer mehr möglichst perfekte Menschen erzeugt werden.

Ethisch fragwürdig

In der aktuell umstrittenen FMedG-Gesetzesänderung werden keine eindeutigen Einschränkungen der chromosomalen Eigenschaften, die untersucht werden, genannt. Die Fortpflanzungsmedizin sollte lediglich Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch diesen erfüllen, sowie schwere Erbkrankheiten verhindern.

Alle darüber hinausgehenden Untersuchungen schränken die Freiheit und das Recht auf Leben ein und sind daher ethisch nicht vertretbar für jeden, der eine vielfältige Gesellschaft und die Persönlichkeit jedes Menschen schätzt.

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